Sonderausstellungen 2001

Sonderausstellung Frühsommer 2001

SONDERAUSSTELLUNG GRUBE WENZEL

Anlässlich der Wiedereröffnung der Grube Wenzel als Besucherbergwerk zeigt das Bergbau- und Mineralienmuseum Oberwolfach seit dem 03. Mai eine Sonderausstellung zur Bergbaugeschichte des legendären Silberbergwerks, das seine Blütezeit im 18. Jahrhundert hatte.
Gezeigt werden neben in der Grube gefundenen historischen Werkzeugen und Seigerrissen hervorragende Exponate von Mineralien aus dem reichhaltigen Bestand dieses Fundortes. Viele davon sind dem Museum als Leihgaben für die Ausstellung anvertraut worden und sind zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen.

Hintergrundinformationen

Hintergrundinformationen
Die Grube Wenzel im Frohnbachtal gehörte zu den silberreichsten Gruben im Schwarzwald. Ihre Blütezeit hatte sie Mitte des 18. Jahrhunderts.
1767 stieß man auf ein 80 Meter langes, von Klüften durchsetztes Haupterzmittel. Es reichte ebenfalls 80 Meter in die Tiefe. Insgesamt stammen aus dieser Vererzung etwa 3 to Silber. Aufgrund der Klüfte gab es hier auch sehr schön kristallisierte Stufen. 1772 war dieser Bereich bereits weitgehend abgebaut.
In den Jahren danach gab es wohl noch einige kleinere Einzelerfolge, aber die erwartete Fortsetzung des Ganges war nicht zu finden. Nach Betriebseinstellung im Jahr 1823 wurden noch einmal Versuchsabbaue in den Jahren 1839-41 und 1938/39 unternommen, bald aber wieder aufgegeben. Insgesamt lieferte die Grube 4 to Silber, 400 Kg Garkupfer und 850 kg bleihaltige Produkte.
Durch die Untersuchungsarbeiten in unserem Jahrhundert waren auch die alten Baue wieder befahrbar. So konnten trotz der Unrentabilität als wirtschaftlich geführtes Unternehmen noch schöne Funde von Silbererzen gemacht werden.Einen Überblick über den Umfang des Bergbaus vermitteln Seigerriss und Grundriss der Grube Wenzel.

oben: Seigerriss der Grube Wenzel

Zwei Stollen sind vorhanden, der querschlägig aufgefahrene Stollen erreicht nach etwa 100 m den Gang. Der untere Stollen ist 120 m lang. Abzweigungen nach Norden befinden sich in einer Entfernung von 7 und 60 m vom Mundloch. Von der ersten aus konnte man durch die südlichen Abbaue die obere Sohle erreichen. Von der oberen Sohle und Schacht 1 aus ist das Haupterzmittel abgebaut worden.

Hauptgangarten

oben: Grundriss der Grube Wenzel

Die Hauptgangarten waren Calcit und Baryt, daneben waren Quarz, Fluorit, Dolomit und Ankerit dominierend. Nebengestein ist v.a. Paragneis.
Die nachgewiesenen Mineralien sind:
Elemente: Silber, Antimon, Graphit und Schwefel
Sulfide: Dyskrasit, Allargentum, Chalkosin, Akanthit, Sphalerit, Chalkopyrit, Tetraedrit, Galenit, Pyrrhotin, Nickelin, Millerit, Covellin, Antimonit, Pyrit, Gersdorffit, Markasit, Arsenkies, Gudmundit, Löllingit, Rammelsbergit, Skutterudit, Pyrargyrit, Pyrostilpnit, Stephanit, Antimonpearceit und Plagionit
Halogenide: Chlorargyrit und Connellit
Oxide: Lithargit, Hämatit, Bindheimit, Valentinit, Manganogel, Anatas und Goethit
Carbonate: Aragonit, Cerussit und Malachit
Sulfate: Anglesit, Brochantit, Gips, Langit und Devillin
Arsenate: Mimetesit, Erythrin, Annabergit, Pitticit, Yukonit und Richelsdorfit
Silikate: Muskovit / Sericit und Chamosit
Als organische Haldenbildung: Weddellit

Der Gang ist mesothermalen Ursprungs und entspricht der Abfolge Kobalt – Nickel – Wismut – Silber – Uran. Es handelt sich um einen kalkspätigen Silbererzgang vom Typus St. Andreasberg / Harz.

( Alle Angaben und Grubenrisse aus: Walenta, Kurt: „Die Grube Wenzel bei Oberwolfach ...“, in: Der Erzgräber, Heft 1, 1995 )